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Ein Gespräch mit Dr. med Petr Uher PhD., dem erfahrenen und international anerkannten Experten im Bereich der Reproduktionsmedizin.

In Wirklichkeit ist das Alter der Erstgebärenden immer höher. Dr. Uher weiß das nicht nur aufgrund der gängigen Statistiken, sondern er erlebt das auch tagtäglich in seinen drei renommierten Kliniken in Tschechien. Seit Jahren spezialisiert er sich und seine Mitarbeiter nämlich auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin.

Aus seiner über 30jährigen Erfahrung weiß er, dass in diesem Alter eine überaus individuelle Behandlung und Therapieplan für ein erfolgreiches Ergebnis extrem wichtig sind.

Als Ultima Ratio muss man in gewissen Fällen dann auch über eine Eizellspende diskutieren.

Dr. Uher, die allgemeine Lebenserwartung von Frauen und Männern steigt bekanntermaßen an, heißt das, dass sich auch das „Zeitfenster für die Familienplanung“ verlängert?

Nein, dem ist leider nicht wirklich so. Obwohl allgemein gilt, dass im letzten Jahrhundert insbesondere die Lebenserwartung der Frauen von ca. 50 auf 80 Jahre gestiegen ist, heißt das leider nicht, dass sich dadurch der Fruchtbarkeitszeitraum der Frau verlängert hat. Das ideale Alter, und damit meine ich nur im Sinne der Fruchtbarkeit, ist nach wie vor 20 bis 34 Jahre. Ab 35 nimmt die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden rapide ab und ab dem 40. Lebensjahr ist sie nur noch bei ca. 10 – 15 %, und das natürlich auch nicht langfristig.

Andererseits bewirkt der Anstieg der Lebenserwartung unter anderem auch, dass Frauen aber auch Männer, die Familienplanung immer weiter hinausschieben. Angesichts unseres Lebensstils ist das verständlich.

Diese zwei Faktoren führen unweigerlich dazu, dass die Anzahl der Kinder, die mit Hilfe der Reproduktionsmedizin geboren werden, rasant ansteigt. In den letzten Jahren beobachte ich, dass sich auch das Bewusstsein gegenüber der Reproduktionsmedizin verändert hat. Im positiven Sinne. Viele Tabus sind in den vergangenen Jahren weggefallen und die Menschen gehen viel offener mit dem Thema Unfruchtbarkeit um. Ich finde das auch wichtig, denn für eine erfolgreiche Behandlung braucht man nicht nur eine exzellente medizinische Betreuung, sondern auch ein psychisches Wohlbefinden. Daher ist es wichtig, dass die Gesellschaft offen über die Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin spricht, diese diskutiert und thematisiert, damit es in dieser Hinsicht keine Tabus mehr gibt.

Bedeutet eine „späte Schwangerschaft“ gleichzeitig eine Risikoschwangerschaft?

Das kommt drauf an. Obwohl man bereits ab 35 Jahren in der Medizin von einer Risikoschwangerschaft spricht, kann man dieses Risiko minimieren. Einerseits durch einen „gesunden Lebensstil“, andererseits durch die (Reproduktions)-Medizin.

Wenn eine Frau z. B. auf natürlichem Wege schwanger wird, die Schwangerschaft jedoch durch Aborte vorzeitig endet, kann das eine Indikation für die Inanspruchnahme der Präimplantationsdiagnostik sein.

In der Reproduktionsmedizin sollte es nämlich nicht darum gehen „nur“ eine Schwangerschaft zu erreichen, sondern eine erfolgreiche Schwangerschaft zu erreichen, d. h. die Geburt eines gesunden Kindes.

Welchen Einfluss hat die Präimplantationsdiagnostik auf die Geburt eines gesunden Kindes?

Heutzutage wissen wir, dass viele Oozyten (Eizellen) Chromosomenstörungen aufweisen können, welche wiederum zu Schwangerschaftsabbrüchen oder Geburt eines genetisch vorbelasteten Kindes führen können. Mit dem Präimplantationsscreening kann das verhindert werden, wobei auch hierzu verschiedene Methoden wie das Array CGH, Molecular copy counting, FISH Methode oder das NGS zählen. Einige dieser Methoden sind hervorragend in der Auswertung der Resultate, brauchen aber manchmal auch eine längere Zeit zu deren Durchführung. Andere wiederum sind mit leichten technischen Ungenauigkeiten belastet oder es wird bei einigen das Problem des Mosaizismus diskutiert.

Im Grunde geht es aber darum, dass alle diese Methoden eine erfolgreiche Schwangerschaft sowie die Geburt eines gesunden Kindes sicherstellen sollen. Da die Anzahl und Art der Methoden in der Präimplantationsdiagnostik jedoch sehr vielfältig und komplex ist, ist die richtige Anwendung und Kombination der Verfahren nur dann möglich, wenn man jedes Paar strengstens individuell betrachtet.

Welche andere Methoden hat die Reproduktionsmedizin für Frauen über 40, die einen Kinderwunsch haben, anzubieten?

Wie wir wissen, entwickelt sich die Reproduktionsmedizin rasant schnell. Es ist daher für eine Klinik extrem wichtig, Studien und Innovationen schnell in die Arbeitsweise zu integrieren und sich weiterzuentwickeln. Besonders im Bereich der Präimplantationsdiagnostik, die für Frauen über 35 Jahren sowie eine erfolgreiche Schwangerschaft eine wichtige Rolle spielt, müssen die Ärzte, aber auch das Labor, stets auf dem neusten Stand sein, um nach meiner Auffassung einem Paar tatsächlich das anzubieten, was es verdient. Kurz gesagt, anzubieten hat die Reproduktionsmedizin viel, sie hat aber natürlich ihre Grenzen.

Wir haben im Grunde zwei Arten von Therapien in der Reproduktionsmedizin. Erstens die Therapie mit den eigenen Ei- und Samenzellen, zweitens die mit den gespendeten Samen- oder Eizellen. Wir spezialisieren uns auf beide Bereiche, da diese für eine späte Schwangerschaft von Bedeutung sind.

Wann ist denn Ihrer Meinung nach der „richtige“ Zeitpunkt für eine Therapie mit gespendeten Ei- oder Samenzellen?

Eine Therapie mit gespendeten Ei- und Samenzellen wird bei uns als Ultima Ratio angewendet, aber ein guter und erfahrener Arzt muss den Moment erkennen, wenn eine weitere Therapie mit den eigenen Ei- oder Samenzellen für das Paar wenig Sinn macht und es nicht „nur“ weiter psychisch, sondern auch finanziell belastet.

Daher muss jedes Paar wirklich äußerst individuell betrachtet werden. Wir nehmen uns tatsächlich viel Zeit, um eine qualitativ hochwertige Beurteilung eines jeden Paares durchzuführen, da die Patienten ohne diese Anamnese auch keine fundierte Entscheidung im Hinblick auf die Inanspruchnahme der Eizellspende treffen können und sollen.

Dr. med. Petr Uher